12 Fragen vom Hamburger Abendblatt zur OB-Wahl

Sehr geehrter Herr Kahlsdorf,

in der Anlage dieser Mail finden Sie zwölf Fragen zu wichtigen Norderstedter Themen. Die Antworten auf die Fragen werden in drei Teilen bei uns in der Zeitung erscheinen – beginnend mit dem Erscheinungstag Sonnabend, 28. Oktober.

Bitte beschränken Sie sich bei jedem Viererblock auf zusammengezählt 1620 Zeichen (inklusive Leerzeichen) für die vier Antworten. In welcher Länge Sie dabei auf die jeweilige Frage antworten, ist Ihnen überlassen. Wir bitten um eine Beantwortung der zwölf Fragen bis Donnerstag, 26. Oktober, 22 Uhr. Herzlichen Dank!

Die Antworten auf die Fragen werden in drei Teilen bei uns in der Zeitung erscheinen – beginnend mit dem Erscheinungstag Sonnabend, 28. Oktober. Bitte beschränken Sie sich bei jedem Viererblock (s.u.) auf zusammengezählt 1620 Zeichen (inklusive Leerzeichen) für die vier Antworten. In welcher Länge Sie dabei auf die jeweilige Frage antworten, ist Ihnen überlassen.

Wir bitten um eine Beantwortung der zwölf Fragen bis Donnerstag, 26. Oktober, 22 Uhr. Herzlichen Dank!

 

Frage 1:

Querspange durch die Garstedter Feldmark und ein Autobahnanschluss: Läuft dann der Verkehr in Norderstedt wieder flüssiger und Dauerstaus sind Geschichte?

JK: Eine Idee, die zu prüfen wäre. Allerdings wäre das nur ein kleiner Teil der Lösung. Neben dem Ausbau für die wachsenden Quell- und Zielverkehre in Norderstedt (z.B. durch Neubau Gartstedter Dreieck) sind auch große Lösungen notwendig, wie z.B. eine Ostumgehung Hamburgs.

Frage 2:

Fluglärm – dagegen kann Norderstedt allein sowieso nichts ausrichten. Oder etwa doch?

JK: Wenn andere Kandidaten behaupten, “da geht nichts“, wird das Thema doch erst zur Herausforderung. Seit 2014 wird das Flachstartverfahren angewendet, das zusätzlichen Lärm erzeugt (siehe www.kahlsdorf.de). Laut Flughafenchef Eggenschwiler ist Hamburgs Wirtschaftssenator Horch hier bereits am Verhandeln. Hier gilt es, die Kräfte in der Lärmschutzkommission zu bündeln gegen die Einsparversuche der Airlines. Mit mir als OB wird es Lösungen über mein Netzwerk geben. Erstaunlich: Die WIN hat sich 2013 nur für Fluglärm ins Rathaus wählen lassen und nicht einen einzigen Antrag dazu bis heute gestellt. 

Frage 3:

Zu viel Gift in der Luft auf der Ohechaussee: Sind Sie für Fahrverbote, um die Stickstoff-Belastung zu senken?

JK: Nein. Trotzdem müssen Alternativen gefunden und den Bürgern schmackhaft gemacht werden, um die Belastung zu senken, selbst wenn die Schadstoffe bislang nur selten die Grenzwerte erreichen. Am 26.10. hatten wir vom A.B.C. z.B. ein Infoevent zur E-Mobilität als Ergänzung zur „Story im Ersten“ der ARD in Norderstedt angeboten, das schon gut besucht wurde.

Frage 4:

Eine U-Bahn, die bis zur Stadtgrenze nach Meeschensee fährt: Wie realistisch ist das für Sie?

JK: Den Bau der U-Bahn bis Norderstedt Mitte (kostete rund 400 Mio. DM) verdanken wir der Kreativität der damaligen städtischen Angestellten der Stadtwerke und gerade noch gültigen Bonner Förderprogrammen. Auch bei einer Verlängerung der U-Bahn setze ich auf die Kreativität und die Expertise der Mitarbeiter und bin mir sicher, dass wir dann auch dieses sehr kostenintensive Projekt umsetzen können.

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(Ergänzung zur Frage 1: Was ist mit den willkürlichen Sanierungen von Wohnstraßen, wo die Anlieger mit bis zu 90% der Baukosten belastet werden sollen? - Warum haben Sie danach nicht gefragt?)

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Frage 5:

Wohnraum in Norderstedt ist teuer, günstige Wohnungen sind knapp. Aber sollte nicht jeder eine Wohnung in der Stadt finden und bezahlen können?

 JK: Auch zukünftig muss es möglich sein, dass Rentner mit kleiner Rente und Personen mit durchschnittlichem Einkommen in Norderstedt eine Bleibe finden. Gleichwohl profitieren wir von der Lagegunst zu Hamburg, so dass die Preise steigen. Das alte Rezept „Sozialer Wohnungsbau“ muss allerdings „neu gedacht“ werden, da normales Baugeld durch die Nullzinspolitik günstiger ist als die Förderkredite des sozialen Wohnungsbaus. Ich freue mich über den Beschluss der Gremien, dass 30% sozialer Wohnungsbau festgeschrieben ist. Wir werden hier Lösungen erarbeiten, sei es mit einem Wirtschaftsbündnis und/oder auch über die EGNO.

Frage 6:

Die Gewerbesteuer-Quelle sprudelt mit Rekordleistung. Ist es nicht langsam Zeit, den Rekord-Hebesatz in Norderstedt wieder zu senken?

JK: Hier stellt sich die Frage, was man will. Die Vorteile zu Hamburg für Firmenansiedlungen sind längst abgeschmolzen. Ich möchte Norderstedt sozialverträglich wirtschaftsfreundlicher gestalten. Die Gewerbesteuer ist da nur ein Mosaikstein. Zahlreiche weitere Nebenkosten spielen eine weitere Rolle.

Frage 7:

Norderstedt wird kreisfreie Stadt, spart sich die horrende Kreisumlage und bekommt ein eigenes Nummernschild! Gute Idee?

JK: Im Sinne einer sozialen Marktwirtschaft eine ganz schlechte Idee. Langfristig zielführender ist es, die Nachbargemeinden mit zu nehmen und dadurch zu stärken, ohne die eigenen Ziele aus den Augen zu verlieren und durch deren Leistungssteigerung die hohe Kreisumlage zu senken. Das würde Norderstedt auch vom Image her in der Außendarstellung gut bekommen.

 

Frage 8:

Warten auf Behördengänge ist verlorene Lebenszeit: Geht Bürgerservice nicht komplett digital?

JK: Skandinavien lebt es uns bereits vor. In Schweden können Sie z.B. sogar KFZ via Internet zulassen und abmelden. Sie benötigen keine Plaketten. In Norderstedt ist manches schon da, vieles kann man auch noch optimieren. Ein Thema, das nicht nur Norderstedt, sondern auch Kreis, Land und Bund betrifft.

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Frage 9:

Sanierungsbedürftige Schulgebäude, in denen WLAN und Tablet noch keine Rolle spielen: Eigentlich peinlich für die reiche Stadt Norderstedt mit der „Idee voraus“, oder?

JK: In der Stadt mit „dem schnellsten Internet Europas“ sollten wir schnell zusehen, dass der Slogan „eine Idee voraus“ wieder gültig wird. Meinen Vorschlag dazu finden Sie unter www.kahlsdorf.de. Natürlich sollten wir unsere Kinder auch nicht länger in „Containerdörfern“ unterrichten. 

Frage 10:

Was ist den nun mit den Plänen für eine Großsportanlage mit Multifunktionshalle und neuem Eintracht-Stadion? Alles Makulatur?

JK: Norderstedt ist auf gute Ideen von Bürgen und Investoren angewiesen. Allerdings muss immer die Möglichkeit bestehen, jede Idee auf ihre Sinnhaftigkeit und Plausibilität zu überprüfen, bevor man wild darauf los entscheidet. Norderstedt muss deutlich mehr für den Sport tun, das ist klar. Wir müssen hier mit den Ideengebern zeitnah in den Dialog gehen.

Frage 11:

Party machen Norderstedter im Stadtpark. Braucht es da eigentlich noch Volksfeste im übrigen Stadtgebiet?

JK: Sicher nicht zwingend. Gleichwohl habe ich z.B. das Stadtfest auf dem Rathausmarkt immer genossen und würde mich freuen, wenn man so etwas wieder beleben könnte. Gleiches gilt auch für die Feste am Schmuggelstieg & Co. Privatwirtschaftliche Initiativen sollten von der Verwaltung wohlwollend begleitet werden, denn auch solche Feste sind ein Teil unserer Lebensqualität, den wir den Bürgern und uns selbst bieten können.

Frage 12:

Alte und Junge, Reiche und Arme, Familien und Singles, Arbeitnehmer und Arbeitslose: Wie schafft man in Norderstedt ein Miteinander – und verhindert das Gegeneinander?

JK: Soziales Miteinander und fortgesetzter Dialog sind hier die „Zauberworte“. Norderstedt kann stolz sein auf die zahlreichen Verbände und Organisationen, die sich Tag für Tag ehrenamtlich engagieren, 39 Sportvereine, A.B.C., BDS, DLRG, DRK, die freiw. Feuerwehren, Seniorenbei-, Jugendbei- u. kriminalpräventiver Rat, die Tafel und das Welcome Team seien hier nur exemplarisch aufgeführt. Falls gewünscht, werde ich gern als Ihr Oberbürgermeister dazu beitragen und zwischen den einzelnen Gruppen vermitteln, es wäre mir eine große Ehre.

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