Sport

Oberbürgermeister Norderstedt: Mehr Sport

 Der Frust der Vereine

 

Sport ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Lebensqualität und hat daher eine hohe Priorität für eine Stadt, die attraktiv für seine Bürger sein möchte. Sport bedeutet Freizeit, Ausgleich zum Beruf, Bewältigung von Stress, hilft aber auch dabei, unsere Kinder zu sozialisieren und durch die Gemeinschaft auch ganz praktisch bei der Migration. Ortsansässige Sportvereine sind dabei idealerweise das Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung.

In der Verwaltung der Stadt Norderstedt ist für die Bereiche Sport und Kultur das Sozialdezernat, das von der Kandidatin Anette Reinders seit Jahren geführt wird, zuständig. Ihren Ausführungen nach läuft da ja alles bestens.

Beim gemeinsamen Treffen der Oberbürgermeister-Kandidaten, zu dem die 5 größten Sportvereine eingeladen hatten, die zusammen rund 11.000 Mitglieder vertreten, war ich dann umso erstaunter, dass beim Thema "Sport in Norderstedt" offenbar schon längst die Luft raus ist. Von den Vereinen wurden mangelnde Kommunikation, stiefmütterliche Behandlung und mangelnde Wertschätzung der Verwaltung vorgeworfen. Völlig verschreckt von der herrschen Kritik sprach einer der Kandidaten davon, dass "die Vereine einen Anwalt bräuchten, um gehört zu werden" und wollte sofort in der Verwaltung ein neues "Sportdezernat" eröffnen, wofür er von allen Beteiligten belächelt wurde. Von den Sportvereinen wurde weiter vorgeworfen, dass in Norderstedt die letzte neue Sporthalle im Jahr 1996 erbaut wurde.

Mir ergibt sich daraus folgendes Bild:

- die Kommunikation zwischen Vereinen und Verwaltung ist mangelhaft.

- das Wachstum der Stadt wurde seit 1996 bei den Sportstätten nicht berücksichtigt, man hat dem natürlich wachsenden Bedarf seit 1996 keine Rechnung getragen. Augenscheinlich sind hier die Gremien der Stadt Norderstedt nicht richtig und umfassend seitens der Verwaltung beraten worden.

Um gemeinsam diese im Sport befindlichen Missstände Einhalt zu gebieten, habe ich angeregt, falls die Bürger mir als Oberbürgermeister ihr Vertrauen schenken, wir ab sofort im Turnus aller 2 Monate einen 10 bis max. 20 Personen umfassenden runden Tisch für Vereine und Verbände installieren werden. Aufgabe der 5 Vereine wird es bis dahin sein, Kontakt zu den insgesamt in Norderstedt aktiven 39 Sportvereinen aufzunehmen und unter den Vereinen abgestimmt gemeinsam entsprechende Vertreter zu entsenden, die die Interessen aller Sportler dann in der Verwaltung vertreten. Dadurch wäre das kommunikative Defizit schon einmal behoben. Was die qualitative Ausgestaltung des Sozialdezernates, insbesondere die des Führungspersonals anbetrifft, müssen wir dann unter den geänderten Rahmenbedingungen gemeinsam mit den Gremien nach einer Anlaufphase und Bewährungsprobe ggf. entscheiden.

Eines ist mir zumindest klar geworden. So kann es mit dem Sport in Norderstedt nicht weitergehen.