Wohnen in Norderstedt

Mehr Wohnraum - weniger Miete

Die Stadt Norderstedt konnte sich durch die Lagegunst zu Hamburg und cleveren Entscheidungen der Norderstedter Stadtväter aus den 70er Jahren bislang gut entwickeln. Hierbei ist auch eine globale Entwicklung ursächlich, da sich Menschen weltweit in der Ansiedlung vom ländlichen Raum weg zu den Metropolen bewegen. Doch, wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Die Immobilien- und Mietpreise steigen, so dass Wohnraum für "Normalverdiener" Gefahr läuft, unerschwinglich zu werden.

Speziell in Deutschland erleben wir historisch bedingt seit dem Fall der Mauer eine Konkurrenzsituation zwischen dem "angelsächsischen Kapitalismus" und der "sozialen Marktwirtschaft". Dabei läuft die "soziale Marktwirtschaft" Gefahr, vom "angelsächsischen Kapitalismus" zunehmend verdrängt zu werden. Bis 1989 waren "Kapitalismus" in der BRD und "Sozialismus" in der DDR unmittelbar benachbart. Aus der damaligen Konkurrenzsituation der beiden Systeme heraus, gab es in der BRD zahlreiche soziale Errungenschaften, die das System "Kapitalismus" attraktiver wirken lassen sollten. Heute, 28 Jahre nach dem Fall der Mauer, gibt es zahlreiche Stimmen, die diese Errungenschaften gern wieder zurücknehmen möchten, damit unsere Gesellschaft weiterhin im globalen Wettbewerb bestehen kann. So erklärt sich, dass die "soziale Schere" zwischen arm und reich droht, immer weiter auseinander zu driften.

Ein probates Mittel gegen überhöhte Mietpreise war jahrzehntelang der soziale Wohnungsbau. Durch günstige Kredite konnten seinerzeit langjährige Mietpreisbindungen mit den Bauträgern vereinbart werden. Leider funktioniert dieses alte Rezept in der heutigen Zeit der Nullzinspolitik nicht mehr, denn normales Baugeld ist günstiger als die Fördergelder des sozialen Wohnungsbaus. Deshalb müssen neue Konzepte entwickelt werden, wenn man weiterhin sozialen, oder besser, "erschwinglichen" Wohnungsbau betreiben will. Einige Parteien möchten dafür extra eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gründen, andere Parteien setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit existierenden Bauträgern. Bei der Erstellung von Flüchtlingsheimen gibt es erste Erfahrungen mit der städtischen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft EGNO. Das geförderte Projekt "Zukunftsstadt Norderstedt" gibt als weitere mögliche Option an, den Wohnraum für Sozialwohnungen zu verkleinern um die Mieten dadurch wieder kostengünstig und erschwinglich zu gestalten. Ganz gleich, wo die Reise hingehen wird, der soziale Wohnungsbau ist ein wichtiger existentieller Baustein für eine gute Stadtentwicklung und es ist notwenig, hier dauerhaft tragfähige zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Es darf nicht sein, dass wir z.B. die ehemaligen Leistungsträger unserer Gesellschaft, die sich jetzt in Rente befinden, durch überhöhte Wohnkosten von unserer Gesellschaft ausgrenzen und im schlimmsten Fall sogar aus Norderstedt vertreiben. Auch Durchschnittsverdiener sollten für das Wohnen nicht 50% ihres Einkommens opfern müssen. Es freut mich sehr, dass die Gremien bereits beschlossen haben, zu 30% der ausgewiesenen bebaubaren Gebiete für den sozialen Wohnungsbau zu reservieren. Hierfür werde ich in Zusammenarbeit mit den Experten der Verwaltung entsprechende Lösungen entwickeln, die dann auch umgesetzt werden.